Ihr habt noch nicht genug über Deutschlands beste (da einzige) Bikini-Punk-Band gelesen? Können wir verstehen und legen hiermit nach. Hier gibt’s die komplette Bandgeschichte über Freundschaft, zerbrochene Bühnenteile und Punkte in Flensburg ... here we go!
Am Anfang war eine Coverband. „Anxiety“ hieß sie und war nicht mal schlecht, sogar ziemlich angesagt auf den ganzen krassen Schulpartys in Erlangen und Umgebung. Lag vielleicht auch daran, dass wir selber noch alle Schüler waren. Außer Rosi waren wir sogar alle an derselben Schule. Aber das nur nebenbei. Hatten teilweise schon richtig große Sachen gespielt, z.B. auf dem Summerbreak (formerly known as Schulschlussfete) mit Gentleman und den Bananafishbones, die wir übrigens beide auch als „Rookie Jam“ wieder getroffen haben.
Tja, im Jahre 2002 hatten wir uns dazu entschlossen eigene Musik zu machen. Hatte verschiedene Gründe, aber u.a. auch weil wir Bock hatten endlich mal was
Eigenes auf die Beine zu stellen. Wir betrachten die Zeit des Coverns als unsere Lehrjahre sozusagen. Die Gründungsbesetzung war exakt dieselbe, mit der
„Anxiety“ aufgehört hatte: Tobi (Gesang), Goldi (Gitarre), Andi (Gitarre), Rosi (Bass), Martin aka Blasehase (Trompete) und Jochen (Drums). Die ersten beiden
eigenen Songs hatten wir sogar noch als Coverband performt, allerdings stand da schon fest, dass wir nicht mehr lange eine sein würden. Und einen dieser
Songs spielen wir immer noch mit Vorliebe! „Hate You“ heißt er, wenn ihr es genau wissen wollt.
War nicht ganz einfach einen Bandnamen zu finden. Wir haben da ziemlich lange rumgemacht und es sah anfangs so aus, als ob Tobis Vorschlag „Barahoona“ das
Rennen machen würde, aber es sah eben nur so aus. Am Ende hießen wir „Rookie Jam“ und keiner weiß warum. Der Kompromiss war schließlich, dass wir irgendwann
Tobis Namensvorschlag in einem Song verbraten wollten, was dann auch einige Zeit später in Form von „Barahoona Beach“ umgesetzt wurde.
Wir hatten nicht mal drei Lieder, als uns Jochen mitteilte, dass er uns zum berühmten Erlanger ERMI Newcomerfestvival im November angemeldet hatte. Unser
erster Gig quasi. Zu allem Überfluss ist er dann auch für vier Monate nach Freiburg gezogen (irgendein Praktikum) und wir hatten es bereits August. Es ist
unglaublich, aber wahr. Wir hatten tatsächlich in kürzester Zeit (meist ohne Drummer!) ein wuchtiges Set gezimmert und die Jury war wohl ziemlich
beeindruckt, denn wir kamen mit Anhieb auf Platz 2. Witzig war, dass auf der Veranstaltung 50 Menschen mit hässlichen Rookie Jam Shirts rumliefen, denn unser
Logo hatten wir jeweils selbst mit Mamas Eisen aufgebügelt. Wir haben also schon vor dem ersten Gig viel Wert auf Vermarktung gelegt. Jedenfalls haben wir
dann einen schönen Studio-Gutschein gewonnen. Für uns damals das Größte.
Den Studio-Gutschein hatten wir dann auch prompt eingelöst, nämlich im Studio von Igl „in time“ Schönwitz. Damals hieß es noch „Digital Master Arts“, heute
besser bekannt als die berühmten „Rauschenberg Studios“. Herausgekommen ist eine Demo-CD mit drei Songs, nämlich „Don't Turn Into a Friend“, „Suppressed“ und
„Chicita“. Wir hatten dann auch noch bei mehreren Band-Contests teilgenommen und meist recht passabel abgeschnitten (der ewige Zweite ... grrrrrrr). In
diesem Jahr hatte Tobi auch sein erstes Bühnenteil (nicht mutwillig, höchstens fahrlässig) zerstört; das war auf einer Veranstaltung in einer Schule gegen
den damaligen Irak-Krieg. Zu Tobis Gunsten muss man vielleicht zugeben, dass die Bühne aus zusammen geschobenen Schultischen bestand.
Auch sonst hatten wir uns in diesem Jahr recht lautstark in der Erlanger Newcomerszene etabliert und waren wirklich auf jeder Party gebucht. Bikini Punk war
einfach „in“ und vielleicht war auch das der Grund, warum wir dann im Sommer auf einem geilen Erlanger Schulschluss-Festival namens Summerbreak spielen
durften. Überhaupt teilten wir uns in diesem Jahr die Bühne mit großen Namen wie u.a. „Blumentopf“, „Sam Ragga Band“, „Culcha Candela“ und „Waikiki Beach
Bombers“. Unsere Konzerte waren meist übervoll mit Leuten und es kam sogar vor, dass Leute auf die Bühne ausweichen mussten. Auch ein Auftritt außerhalb
Bayerns wurde absolviert, das war für uns junge Burschen damals was ganz besonderes. Und bei einigen lokalen Radiosendern wurde unsere Demo gespielt. Das
muss man sich mal vorstellen. ;-)
Das Jahr begann gleich mit einem zweiten Studioaufenthalt, nämlich im „Evil Sound Studio“ bei Onkel Jens, wie wir ihn liebevoll bandintern nennen. Ziel war
allerdings keine weitere Demo, sondern erste Songs für ein Album! Aufgenommen wurden „The Spy who Loved You“, „Jump'n'Run“ und „Smell the Breeze“.
Unser größtes Konzert war wohl der Auftritt auf dem Young & Free Festival in Höchstadt vor 14 000 Leuten. Das war auf jeden Fall die fetteste Bühne, auf der
wir je standen. Centerstage Oida!!! Durften am selben Tag auf dem gleichen Festival gleich noch mal auftreten. was für uns in diesem Monat schon den zweiten
Doppel-Gig bedeutete. Goldi hatte sich gleich die Handynummer von Sabine Altena (Antenne Bayern, moderiert heute u.a. auch die Centerstage bei Rock im Park)
geschnappt. Außerdem hatten wir unseren ersten Auftritt im Ausland! Die liebe Schweiz war das Ziel und der liebe Andi brachte es doch tatsächlich fertig an
der Grenze zu fragen, ob wir unsere T-Shirts verzollen müssen. Natürlich sagte der nette Zollbeamte nicht nein! Depp. Die Schweizer waren so nett zu uns,
dass unser Blasehase nur durch vorgegaukelte Gründe in die Unterkunft gelockt werden konnte. Als alles aufflog ist er dann wieder zurück zum Festival.
Lieblingssatz: „Ich hab' euch vertraut!“
Unser Goldi musste außerdem leidlich erfahren, dass das Leben auf Tour sehr teuer werden kann. Drei Punkte in Flensburg und das alles wegen eines Auftrittes
in Clausthal-Zellerfeld. Ei ei ei. Wo liegt das überhaupt? Auch andere Bandmitglieder machten ihre ersten leidvollen Erfahrungen, als beispielsweise unser
Rosi auf einer Bierpfütze auf der Bühne ausrutschte und deswegen am nächsten Morgen in den Kernspintomographen geschoben werden musste.
Ende 2004 waren wir auch ein weiteres und vorerst letztes Mal im Studio. Diesmal beim Markus im „Tinitus Studio“ in Nürnberg. Das sollten dann auch die
letzten Aufnahmen für unser Album sein, nämlich „Barahoona Beach“, „Talent to Gain Enemies“, „Tex Mex Chameleon“, „First Fan“ und „My Favourite Nurse“.
Das war ein großes Jahr für uns! Wir veröffentlichten unsere erste Platte (wir müssen zugeben dass es NOCH unsere einzige Platte ist) und durften uns seitdem
als richtige Band fühlen. Das gute Stück trug den geistreichen Titel „Rookie Jam ... sucks!“ und idealerweise wurde es von der Presse sehr positiv
aufgenommen, was natürlich half sich ein bisschen bekannter zu machen. Unser Song „Barahoona Beach“ war über ein halbes Jahr lang Platz 1 in den
Regionalcharts! Dieser Song hat sich unverständlicherweise zu einem Hit entwickelt, jedenfalls singen die Fans den Song teilweise textsicherer als Tobi.
Unsere Tour wurde vom „Liberty Fanzine“ präsentiert, was auch nicht schlecht für den Anfang war.
Unsere Tour führte uns durch die gesamte Republik und unser damaliger Bandbus „HELGA“ hatte Dank uns mehrere Tausend Kilometer mehr auf dem Rücken. Natürlich
muss man auch mal Rückschläge hinnehmen, z.B. als uns der Reifen platzte auf dem Weg zum Krückau Festival bei Hamburg.
Haben auf Tour viele bekannte Bands kennengelernt, z.B. Madsen, Bolzplatz Heroes (feat. Flo von Sportfreunde Stiller), Les Babacools, Die Apokalyptischen
Reiter, Familie Schlegl (mit Tobi Schlegl), Subway to Sally, The Wohlstandskinder, Bananafishbones.
Interessantes Ereignis war ein Fast-Auftritt auf der FAN-Party in Bayreuth. Unsere Supportband war gerade fertig, als wir die Bühne betraten und uns die
Veranstalter hinterher eilten, um uns mitzuteilen, dass die Polizei das Konzert untersagt hatte. Toll!
Und wir hatten auch einen Gig mit unseren Freunden von Hiroshima Sunset, als wir nämlich in einem schnuckeligen Örtchen namens Tannhausen einen Gig nur für
das Barpersonal einer Großraumdiskothek gespielten hatten, weil nämlich sonst keiner da war. Ha ha ha. Unsere zweite Homepage sowie unsere MySpace-Seite ging
dann schließlich auch online und sie beinhaltete geistreiche Ideen wie die Einführung des „Chick of the Gig“ nach jedem Konzert.
Für den Auftritt auf dem Sundance-Festival in Naila wurde extra ein Sampler veröffentlicht und wir waren drauf! Für uns was völlig neues. Erlebt man ja auch
nicht alle Tage. Der Song war übrigens, wer hätte das gedacht, „Barahoona Beach“. Das Festival war insgesamt sehr geil, auch weil wir Tobi Schlegl
kennengelernt haben. Fußball schauen mit dem Herrn macht Spaß. Confed-Cup war's damals.
Das Jahr hatte aber auch seine etwas traurige Seite. Unser Blasehase sowie der Andi haben die Band verlassen. Der dichte Tourplan forderte seinen Tribut.
Andi könnt ihr jetzt übrigens mit unseren Freunden von der Band „Pilot Mash“ bestaunen. Den
Blasehasen trefft ihr meist auf den Auftritten der Neunkirchner Jugend- und Trachtenkapelle.
Lücken muss man füllen und dies taten wir mit Johnnie D. an der Gitarre und Andi K. an der Trompete. Johnnie hatte sich in einem längeren Gitarristen-Casting
aufgrund seiner auffälligen Ähnlichkeit zu Tom Delonge durchgesetzt und letzteren hatten wir uns von Tobis Zweitband „Yambalaya“ ausgeliehen und erwies sich als echter Glücksgriff.
Weil wir mal wieder bei einem Voting gut abgeschnitten hatten, wurden wir von einem bekannten Nürnberger Skate-Shop komplett eingekleidet. Ziemlich cheffig.
2006 wurde unsere Tour von „Wannabepunk.de“ (R.i.P) unterstützt. Ein besonderes Highlight war natürlich der Auftritt auf dem Gelände des Nürnberger
EasyCredit-Stadions. Wir standen auf dem WM-Rasen! Außerdem waren wir eingeladen im VIP-Bereich der Ehrentribühne. Wir wollten nie mehr raus. Weitere krasse
Highlights waren die Supportshows für die großartigen „Mad Caddies“ (USA) und die „Donots“, beides Idole unserer Jugend und auch jetzt noch irgendwie.
Wir Rookies staunten dann auch nicht schlecht, als wir gefragt wurden, ob wir nicht zwei Songs auf einem Soundtrack veröffentlichen wollen. Der Film „Old
School – New School“ lief sogar im Kino.
Natürlich sind wir wieder rauf und runter getourt, waren bei etlichen Radiosendern zu Gast (z.B. Unplugged-Session bei Radio Energy) und hatten ne Menge
Spaß! Unsere wohl bekannteste Supportband war auf jeden Fall „Itchy Poopzkid“, die heute ja ziemlich berühmt geworden sind. Möglicherweise kennen sie uns
noch.
Unser Johnnie hat übrigens in einem Musik-Video von „Madsen“ mitgespielt. Dummerweise hat er kein Rookie-Jam-Shirt anziehen dürfen. Nächstes Mal dann.
Das Jahr endete in einem Ferienhaus in der Nähe von Johnnies Heimat. Dort hatten wir uns bewusst mehrere Tage eingeschlossen, um neue Songs zu schreiben und
gemeinsam Spaß zu haben. Wir hatten einfach gemerkt, dass nur auf Tour zu sein unkreativ macht. Ist jedenfalls bei uns so. Rosi hatte an den Proben im
Ferienhaus übrigens so gut wie nie teilgenommen ... er war meistens am Kochen.
Dieses Jahr war ein schwieriges Jahr für uns. Gigs spielten wir nur im ersten Halbjahr, z.B. mit den netten „5Bugs“ aus Berlin sowie weitere sehr schöne
Festivals. Problem war, dass unser Drummer Jochen aus beruflichen Gründen wegziehen musste und es somit schwierig war, die Band terminlich zu koordinieren.
Aber wir dachten uns eben, dass es wichtiger ist, die Bandbesetzung so zu belassen und dafür lieber weniger Auftritte zu spielen. Wir sind halt schon immer
ne Kumpelband gewesen und das ist auch gut so.
Allerdings beschlossen dann Johnnie D. und Andi K. die Band aufgrund musikalischer Differenzen sowie aus Zeitmangel zu verlassen, was natürlich erst mal ein
großes Loch gerissen hat. Immerhin konnten wir den größten Teil des Lochs ziemlich schnell und hochkarätig wieder stopfen: Vorhang auf für Schlagi! Er war
einfach so putzig, da konnten wir nicht nein sagen. Ansonsten haben wir dieses Jahr noch den einen oder anderen Trompeter gecastet, konnten aber nicht den
richtigen finden. Noch nicht. Den letzten geplanten Gig des Jahres konnten wir leider nicht mehr spielen, da Rosi seit einiger Zeit an einer mysteriösen
Krankheit litt. Er ist wieder auf dem Dampfer. Der alte Simulant. Johnnie hat sich übrigens auf sein Tonstudio konzentriert und nimmt u.a. Akkordeon-Trios
auf. Andi K. konzentriert sich ganz auf die Band „Yambalaya“.
Nach Johnnies und Andis Austieg sind wir erst Mal von der sichtbaren Bildfläche verschwunden. Das heißt aber nicht, dass wir uns nicht mehr gesehen haben
oder so. Ne ne. Die eine oder andere Probe hat sicherlich stattgefunden und man fand dann auch endlich mal Zeit, den Proberaum zu renovieren. Haben weiter
heimlich still und leise an neuen Songs geschrieben und weitere Trompeter getestet. Letzteres mit mäßigem Erfolg. Immerhin hatten wir dann doch einen
Auftritt, allerdings nicht ganz öffentlich auf einer riesigen Party. Das war dann der Live-Einstand für Schlagi.
Dann war war Funkstille. Schlagi übte weiter kräftig Gitarre, Tobi tobte sich bei „Yambalaya“ aus, Goldis Astralkörper verirrte sich in diverse
Hochglanzmagazine, Rosi widmete sich seiner Pokerkarriere und Jochen kümmerte sich um revolutionäre Lebensmittel-Patente.
In der Öffentlichkeit kam logischerweise das Gerücht auf, dass sich Rookie Jam auflösen würde, aber das war uns nur Recht. „Totgeglaubte leben länger“ lautet
doch ein Sprichwort. Wir wussten natürlich nicht genau, wie es weitergehen sollte mit uns. Die letzte Probe war im Mai. Aber irgendwas in uns sagte uns, dass
es irgendwann wieder was wird mit Rookie Jam. Als dann Jochen Ende des Jahres aus beruflichen und wohnorttechnischen Gründen die Band verließ, sah es
zeitweise ganz düster um uns aus.

Die düstere Zeit war interessanterweise nur von kurzer Dauer. Nur ein paar Tage später war mit Basti von unserer befreundeten Band „Pilot Mash“ (ihr erinnert
euch: die Band, in der unser ehemaliger Gitarrist Andi sein Unwesen treibt) ein passender Ersatz gefunden und es ging ziemlich schnell bergauf! Diese
drastische Verjüngungskur wirkte wie ein Bikini-Punk-Motor und wir wussten, dass es weitergehen würde. Für Basti ging wahrscheinlich ein kleiner Traum in
Erfüllung, denn er war laut eigenen Angaben schon als kleiner Bub Fan dieser Band. Und es dauerte nicht lange bis der Manu den musikalischen Sixpack
komplettierte und zwar an der Trompete. Plötzlich waren wir wieder eine schlagkräftige Truppe mit neuer Motivation und Bandgeist. Wir mussten zwar den frisch
renovierten Proberaum verlassen (doof), aber es war ziemlich schnell Ersatz da (geil!). Wir teilen uns mit „Pilot Mash“ einen riesigen Proberaum. Danke Jungs
für den Support!
Es entstehen neue Songs und wir planen ein Comeback diesen Sommer. Wir hielten unser Vorhaben lange geheim, aber jetzt ist es raus. Wir freuen uns auf
zahlreiche schöne Konzerte mit euch und ja, es stimmt:
Diesen Sommer wird’s wieder heiß ... stay tuned.









